Treten diese Symptome auf, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Weitet sich die Blasenentzündung auf Nierenbecken oder Prostata aus, kommt es meist zu Fieber und Schmerzen in den Flanken oder im Rücken und schwerem Krankheitsgefühl.
Diagnose: Wie wird eine Blasenentzündung diagnostiziert?
Um eine Blasenentzündung zu diagnostizieren, ist zunächst die Krankheitsgeschichte (Anamnese) wichtig für den behandelnden Arzt. Er fragt beispielsweise, ob man öfters unter einer Zystitis leidet. Nach einer körperlichen Untersuchung wird der Urin untersucht. Schon optisch weist sehr trüber Urin mit Spuren von Schleim auf eine Blasenentzündung hin. Der Urin wird unter anderem auf Bakterien und auf weiße und rote Blutkörperchen untersucht. Werden bestimmte Erreger nachgewiesen, gilt die Blasenentzündung als diagnostiziert. Um andere Erkrankungen auszuschließen, eignen sich zusätzliche Untersuchungen wie zum Beispiel Blut-Untersuchungen, eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) oder eine Blasenspiegelung.
Behandlung: Wie kann eine Blasenentzündung behandelt werden?
Die Behandlung einer akuten Blasenentzündung erfolgt in der Regel mit Antibiotika (Bakterien abtötende Medikamente). Das Antibiotikum kann gezielt gegen den Erreger eingesetzt werden. Lässt sich der Erreger nicht ermitteln, wird häufig mit einem sogenannten Breitbandantibiotikum behandelt. Gegen Schmerzen und Krämpfe helfen krampflösende Mittel und eine Wärmeflasche. Zusätzlich sollte man mindestens zwei Liter Wasser pro Tag trinken, um die Harnwege „durchzuspülen“. Einige Menschen schwören auf Nieren- und Blasentees sowie Sitzbäder mit bestimmten Kräuterextrakten (zum Beispiel Zinnkraut, Taubnessel), um die Beschwerden der Blasenentzündung zu lindern. Antibiotika sollten aber in jedem Fall eingenommen werden.
Prognose: Wie ist die Prognose einer Blasenentzündung?
In der Regel heilt eine Blasenentzündung nach drei bis sieben Tagen aus. Voraussetzung ist eine schnelle und gründliche Behandlung. Bei einer bakteriell ausgelösten Zystitis besteht die Gefahr, dass die Bakterien in die oberen Harnwege aufsteigen. Erreichen sie die Nierenbecken, kann es zu einer Nierenbecken-Entzündung (Pyelonephritis) kommen. Bei Männern besteht außerdem das Risiko einer Prostataentzündung, wenn sich die Zystitis ausweitet. Als sehr seltene, schwerwiegende Folgen der Blasenentzündung, die sich auf die Nieren ausgebreitet hat, können akutes Nierenversagen oder eine Blutvergiftun (Sepsis) auftreten.
Vorbeugung: Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?
Folgende Maßnahmen helfen, einer Blasenentzündung vorzubeugen:
Viel trinken
o Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr reinigt und spült die Harnwege
Intimbereich angemessen pflegen (bei Frauen)
o Mangelnde oder übertriebene Intimhygiene kann die Vaginalflora stören und die Keimbildung begünstigen
o Nach dem Stuhlgang immer von Scheide in Richtung After abwischen
o Tampons oder Binden regelmäßig wechseln
Warm halten
o Beispielsweise sollten kalte Sitzflächen gemieden werden
Nach dem Geschlechtsverkehr urinieren
o Das Urinieren nach dem Verkehr schwemmt etwaige Bakterien aus der Harnröhre
Lesen Sie mehr zum Thema:
Hausmittel gegen Blasenentzündung
Nierenbecken-Entzündung (Pyelonephritis)
Urin und Urin-Untersuchung
Weitere Informationen
Buchtipps
Weitere Informationen zur Blasenentzündung
Patientenleitlinie des Medizinischen Wissensnetzwerks evidence.de der Universität Witten/Herdecke: Harnwegsinfekt und Blasenentzündung (=Zystitis). www.patientenleitlinien.de/Blasenentzuendung/body_body_hwipatll.html (Stand: 05/2006)
Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Mai 2008
Letzte Aktualisierung: Januar 2011
Durch: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen:
Baenkler, H.-W.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009
Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin 2006
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) et al.: Harnwegsinfekt der Frau. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/009 (Stand: 07/2008)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU): Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management unkomplizierter bakterieller ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/044 (Stand: 06/2010)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2010
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